{"id":1918,"date":"2018-06-27T10:17:31","date_gmt":"2018-06-27T10:17:31","guid":{"rendered":"http:\/\/misoli-ofdreamsandreality.de\/?page_id=1918"},"modified":"2018-06-27T16:04:04","modified_gmt":"2018-06-27T16:04:04","slug":"jean-sibelius-und-die-anderen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/misoli-ofdreamsandreality.de\/en\/finnische-musikgeschichte\/jean-sibelius-und-die-anderen\/","title":{"rendered":"Jean Sibelius und die anderen"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>\u201eLeevi Madetoja is generally ranked among the most important of those Finnish composers whose careers spanned the first few decades of this century, during a time which was marked in society by unstable political conditions and the strug-gle to achieve and maintain national independence, and in music circles by the towering figure of Jean Sibelius.\u201c (Kaipainen, &#8220;French Colouring in a Bothnian Landscape&#8221;)<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieses Zitat \u00fcber Madetoja zeichnet ein gutes Bild \u00fcber die Umst\u00e4nde finnischer Komponisten um 1900. Da waren die wichtigen finnischen Komponisten. Und da war Sibelius. Au\u00dfer Konkurrenz wie es scheint. Veikko Helasvuo nennt es \u201eSibeliuskomplex\u201c: Sibelius als musikalischer Fixpunkt, die anderen Komponisten drumherum. Entweder freiwillig oder aber auch unfreiwillig gefangen, auf der st\u00e4ndigen Suche zu entkommen. Weitaus \u00f6fter wird in der Literatur auch der Begriff \u201eDer Schatten von Sibelius\u201c verwendet.<br \/>\nDie Idee des \u201eSchattens von Sibelius\u201c kam vermutlich in den 1920er Jahren auf. Eero Tarasti versucht sich an einer Definition und beruft sich dabei auf Mikko Heini\u00f6, nach dem es drei Arten von \u201eSchatten\u201c gibt: 1. Sibelius als \u201eObjekt nationaler Ehr-furcht\u201c, 2. der eigentliche Schatten und 3. die neue Sibelius Rezeption. (Tarasti, &#8220;Jean Sibelius as an icon of the Finns and others&#8221;, S.229)<\/p>\n<p>Schon immer hatte es in der europ\u00e4ischen Musikgeschichte Komponisten gegeben, die einen Schatten auf die j\u00fcngeren, nachfolgenden Komponisten warfen. Beethoven und Wagner werden als Beispiel ganz vorne angef\u00fchrt. Mit dem \u201eSchatten von Sibelius\u201c verh\u00e4lt es sich allerdings etwas anders. In einem Land wie Finnland mit verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenigen Einwohnern wirkt so ein Schatten um einiges gr\u00f6\u00dfer. Mindestens zwei Generationen von Komponisten lebten in diesem Schatten. Und das ist nicht alles. W\u00e4hrend sich der \u201egew\u00f6hnliche Schatten\u201c auf die potentiellen Nachfolger ausbreitet, breitete sich der \u201eSchatten von Sibelius\u201c auch \u00fcber \u201eder ganzen Generation einflussreicher Klassiker des Fin de si\u00e8cles\u201c aus. (M\u00e4kel\u00e4, &#8220;Poesie in der Luft&#8221;, S.34) Auch Robert Kajanus, der als einer der wichtigsten Wegbereiter Sibelius\u2018 z\u00e4hlt, verschwand in diesem Schatten.<br \/>\nSibelius\u2019 Zeitgenossen lebten quasi mit einer \u201elebenden Legende\u201c, worauf einige von ihnen entsprechend reagierten, indem sie sich Kompositionsfelder suchten, in denen Sibelius weniger aktiv war.<\/p>\n<h4>Sibelius und die fr\u00fcheren Komponisten<\/h4>\n<p>Martin Wegelius war einer der ersten Lehrer von Sibelius. Doch er wurde schnell zu viel mehr. Er wurde zu seinem Mentor und zu seinem Freund. Im Sommer verbrachte Sibelius oft Zeit in Wegelius\u2018 Sommerhaus, wo die beiden Kontrapunkt studierten und auch gemeinsam musizierten. Wie Sibelius es einmal ausdr\u00fcckte: \u201eMartin Wegelius was always a fatherly friend to me.\u201c (Ekman, &#8220;Jean Sibelius.&#8221;, S.48)<br \/>\nSibelius sch\u00e4tzte und bewunderte auch die Arbeit, die Wegelius in sein Musikinstitut steckte, wie dieses Zitat von ihm zeigt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eMartin Wegelius was, if anyone, the right man in the right place. He devoted himself with passion to his calling as a teacher. He lived entirely for the musical academy and knew how to infect teachers and pupils with his love of work and his burning enthusiasm. During my subsequent travels for purpose of study I was able to convince myself that the musical academy, thanks to Martin\u2019s personal influence, was on a considerably higher level than most such institutions abroad.\u201d (Ekman, &#8220;Jean Sibelius&#8221;, S.47)<\/p><\/blockquote>\n<p>Allerdings kam es anscheinend hin und wieder auch zu Spannungen zwischen den beiden. Wegelius komponierte eher selten, aber gelegentlich tat er es doch. Er komponierte dann vor allem patriotische M\u00e4rsche und Ges\u00e4nge, die aber, jedenfalls nach Sibelius\u2018 Meinung, weniger gut waren, was dieser auch offen aussprach. Und als Sibelius ihn aus Wien in einem Brief \u00fcber seine Kompositionspl\u00e4ne von <em>Kullervo<\/em> unterrichtete, war Wegelius wenig erfreut und wollte ihm ein solches \u201efinnisches\u201c Werk ausreden. Er f\u00fchlte sich der schwedischsprachigen Gruppe der Finnen mehr verbunden und hatte vermutlich in erster Linie deshalb nur wenig Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Sibelius\u2018 Vorhaben.<\/p>\n<p>Kajanus traf Sibelius erst 1890 in Berlin, als ersterer sein Werk <em>Aino<\/em> dort dirigierte. Das Werk soll Sibelius zwar nicht stilistisch beeinflusst haben, aber es soll ihn doch soweit inspiriert haben, dass er ebenfalls beschloss, ein Werk zu einem <em>Kalevala<\/em>-Thema zu schreiben. Dass Kajanus und Sibelius sich nicht bereits vorher trafen, wird in der Literatur gemeinhin damit erkl\u00e4rt, dass Wegelius, der ja Sibelius\u2018 Lehrer war, und Kajanus Konkurrenten waren und Wegelius ein solches Treffen deshalb nicht wollte.<br \/>\nDas Verh\u00e4ltnis zwischen Kajanus und Sibelius war nicht immer einfach. In der Literatur werden die beiden oft als Freunde bezeichnet, doch inwieweit dies wirklich zutraf, l\u00e4sst sich nicht genau bestimmen. Sicher ist jedoch, dass die beiden ein enges k\u00fcnstlerisches Verh\u00e4ltnis pflegten. Nachdem Kajanus sich schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf das Dirigieren verlegt hatte, machte er sich einen Namen als Sibelius-Interpret. Die beiden arbeiteten eng zusammen: Sibelius probte fast alle seiner Werke mit dem Orchester von Kajanus und dirigierte die Urauff\u00fchrung selbst, Kajanus h\u00f6rte dabei zu und versuchte die Werke dann m\u00f6glichst genau so zu interpretieren. Er wurde zu dem bekanntesten Sibelius-Interpreten, der sich vor allem zur Aufgabe gemacht hatte, die Bekanntheit der Sinfonien zu steigern. 1930 nahm Kajanus Werke von Sibelius mit dem London Symphony Orchestra auf. Diese Aufnahmen gelten heute als \u201eein wichtiges St\u00fcck authentischer Auff\u00fchrungspraxis\u201c (M\u00e4kel\u00e4, Art. &#8220;Kajanus&#8221;, in MGG2). Kajanus beauftragte Sibelius sogar mit einem Werk. Dieses Werk, die sinfonische Dichtung <em>En Saga<\/em> (1892), dirigierte Kajanus bei der Urauff\u00fchrung selbst.<br \/>\nDas Verh\u00e4ltnis zwischen den beiden war aber nicht durchgehend so gut. Vor allem der Anfang ihrer Bekanntschaft verlief eher weniger gut. Kajanus war vor Sibelius\u2018 gro\u00dfem Durchbruch der f\u00fchrende Komponist in Finnland und sah Sibelius als Konkurrenten. \u201eBereits nach der Premiere des ersten Streichquartetts von Sibelius 1889 konstatierte [er] (ob neidisch oder respektvoll), dass \u201eman\u201c in Finnland nun nicht mehr komponieren m\u00fcsse, da der 24j\u00e4hrige es offenbar viel besser k\u00f6nne.\u201c (M\u00e4kel\u00e4, &#8220;Poesie in der Luft&#8221;, S.203) Tats\u00e4chlich war Sibelius von seiner \u00dcberlegenheit \u00fcberzeugt, ob bereits 1889 ist nicht klar, aber 1891 schrieb er an Aino, \u201edass er inzwischen \u201amehr k\u00f6nne\u2018 als Wegelius oder Kajanus.\u201c (M\u00e4kel\u00e4, Art. &#8220;Sibelius&#8221;, in MGG2)<br \/>\nDeutlich wurde das Konkurrenzdenken auch, als sich Kajanus und Sibelius gleichzeitig f\u00fcr eine Stelle an der Universit\u00e4t in Helsinki bewarben. Sibelius bewarb sich dort vor allem aus Geldsorgen, nicht weil er so gerne unterrichten wollte. Die Universit\u00e4t entschied zu Gunsten von Kajanus. Kurz nachdem Sibelius Kajanus an der Universit\u00e4t den Vortritt lassen musste, wurde Sibelius\u2018 neustes Werk, die <em>Lemmink\u00e4inen-Suite<\/em> von einigen Kritikern verrissen. Tuire Ranta-Meyer meint hier Verschw\u00f6rungs-hinweise gefunden zu haben und beruft sich dabei auf ein Zitat von Erkki Melartin: \u201eA great storm has arisen in our musical circles. Wild stories fly about, but I do not believe them. I believe what I know to be a fact: That the critics are set against Sibelius, as they all support Kajanus, and now that Sibelius has a concert next week, there is an intrigue going on to prevent him from getting an audience.\u201d (Ranta-Meyer, &#8220;Melartin, Sibelius and Kajanus&#8221;, S.40) Ein paar Jahre sp\u00e4ter machte Sibelius eine \u00e4hnliche Anmerkung zum Konkurrenzdenken von Kajanus: \u201eAs for Kajanus, he is fighting for his life. And for his place in the history books. That he is plotting to overshadow me is certain, even if he does not consciously realize it.\u201d (Ranta-Meyer, &#8220;Melartin, Sibelius and Kajanus&#8221;, S.40)<br \/>\nDieser Konkurrenzkampf war aber zum Gl\u00fcck nicht von Dauer, die beiden vers\u00f6hnten sich und gingen zur Jahrhundertwende gemeinsam auf Konzerttour in Europa. Zuvor hatten sie offensichtlich auch ihre Zust\u00e4ndigkeiten abgekl\u00e4rt: Kajanus gab Sibelius\u2018 Werken einen Gro\u00dfteil der Konzertzeit, w\u00e4hrend er selbst daf\u00fcr die Rolle des Dirigenten \u00fcbernahm. Damit wurde der Anfang f\u00fcr ihre jahrelange enge Zusammenarbeit gemacht.<\/p>\n<p>Nicht au\u00dfen vor lassen darf man hier auch das Verh\u00e4ltnis zwischen Karl Flodin und Sibelius. Wie gut die beiden sich pers\u00f6nlich kannten und wie ihr Verh\u00e4ltnis auf einer m\u00f6glichen freundschaftlichen Ebene war, ist nicht sicher. Sicher ist jedoch, dass Sibelius immer gro\u00dfen Wert auf gute Kritiken von Flodin legte und sich auch seine negativen Kritiken sehr zu Herzen nahm. Manche vermuten sogar, dass Flodin Schuld daran tr\u00e4gt, dass Sibelius zwei S\u00e4tze seiner <em>Lemmink\u00e4inen-Suite<\/em> auf Grund von schlechten Kritiken Flodins zur\u00fcckzog. Doch obwohl Flodin Sibelius durchaus auch kritisierte, verteidigte er ihn auch stets gegen Angriffe aus dem Ausland. Er war ein gro\u00dfer Fan von Sibelius, seinem Schaffen und seinem Talent. Er lobte zwar durch-aus auch andere Komponisten, machte jedoch deutlich, dass er Sibelius f\u00fcr den bemer-kenswertesten finnischen Komponisten hielt, da dieser \u201eohne jede Frage\u201c mehr als alle anderen geschafft habe, seinen Kompositionen die finnische Natur und den nationalen Charakter zu geben. Er bezeichnete Sibelius als \u201eGenie\u201c, nicht nur unter den Komponisten in Finnland, sondern auch denen aus dem Ausland und er sagte Sibelius eine gro\u00dfe internationale Karriere bevor: \u201e[\u2026] And genius belongs to the world\u2026. The most national of all composers, Grieg, has long since gained the rights of international citizenship. It should now be Sibelius\u2019 turn.\u201d (Ekman, &#8220;Jean Sibelius&#8221;, S.156)<br \/>\nVolker Tarnow bezeichnet Flodin in seiner Sibelius-Biographie als \u201eSibelius\u2018 Lieblingskritiker\u201c.<\/p>\n<h4>Sibelius und die Komponisten seiner Generation<\/h4>\n<p>Armas J\u00e4rnefelt war einer von Sibelius\u2018 engsten und \u00e4ltesten Freunden. Die beiden lernen sich w\u00e4hrend des Studiums in Helsinki kennen und verstanden sich sofort gut. In ihrer Gruppe aus Kommilitonen hatte J\u00e4rnefelt den Spitznamen \u201ethe brain\u201c und Sibelius den Spitznamen \u201ethe genius\u201c. J\u00e4rnefelt stellte Sibelius auch seine Schwester Aino vor, die sp\u00e4ter Sibelius\u2018 Frau wurde, was die beiden zu Schwagern machte.<br \/>\nZun\u00e4chst schienen J\u00e4rnefelt und Sibelius als Komponisten gleicherma\u00dfen erfolgreich zu sein, doch Sibelius schrieb ein Meisterwerk nach dem anderen und J\u00e4rnefelts Selbstbewusstsein schwand.<br \/>\nEr f\u00fchlte sich offensichtlich von Sibelius als Komponist eingesch\u00fcchtert und verlegte sich mehr und mehr aufs Dirigieren. Der Freundschaft der beiden schadete Sibelius\u2018 Erfolg jedoch nicht. J\u00e4rnefelt wird generell immer als sehr nette und freundliche Pers\u00f6nlichkeit beschrieben. Er schien Sibelius seinen Erfolg ehrlich zu g\u00f6nnen. Wie beeindruckt er von der Musik Sibelius\u2018 war, zeigt sein folgendes Zitat:<br \/>\n\u201eFor me, Sibelius was the embodiment of music. His daring originality inspired me, but as he struck out on strange, untraveled roads, he puzzled and outright paralyzed me. After having heard him, I was unable to compose any more; even the attempt to follow in those paths seemed vain\u2026\u201d (Korhonen, &#8220;Finnish Orchestral Music 1&#8221;, S.32)<br \/>\nJ\u00e4rnefelt wurde ebenfalls zu einem gefragten Sibelius-Interpreten, f\u00fcr Sibelius war er nach Kajanus der, \u201eder seine Musik am besten verstand und interpretierte\u201c (V\u00e4s\u00e4inen, &#8220;Skizzen zu historischen Auff\u00fchrungstraditionen der Orchesterwerke von Jean Sibelius&#8221;, S.121). Vor Konzerten arbeiteten die beiden eng zusammen und Sibelius gab ihm oft Anweisungen f\u00fcr die Auff\u00fchrungen seiner Werke<\/p>\n<p>.<br \/>\n\u00dcber das Verh\u00e4ltnis von Sibelius zu Ilmari Krohn gibt es nur wenig Dokumentation. Krohn war aber auf jeden Fall an den Werken von Sibelius interessiert und ver\u00f6ffentlichte eine umfassende interpretierende Analyse zu seinen sieben Sinfonien. Auch war Sibelius mit kompositorischen Werken Krohns bekannt, das Lied<em> Paimenessa<\/em> soll bei seiner Arbeit an <em>Kullervo<\/em> als Inspiration gedient haben.<\/p>\n<p>Oskar Merikanto konkurrierte nie mit Sibelius. Er war zeitgleich eine der f\u00fchrenden Pers\u00f6nlichkeiten im finnischen Musikleben, jedoch lagen seine Schwerpunkte von vornherein anders. Sibelius war der Internationale und der Sinfoniker. Seine Werke waren in den Kreisen der Gebildeten und denen mit musikalischer Ausbildung bekannt und beliebt. Merikanto schrieb Lieder f\u00fcr den \u201egew\u00f6hnlichen Finnen\u201c, wodurch er in Finnland gro\u00dfe Bekanntheit und Beliebtheit erreichte. Er war um die Jahrhundertwende der beliebteste Komponist Finnlands. Eine Konkurrenz mit Sibelius blieb durch die v\u00f6llig unterschiedlichen Zielgruppen aus.<br \/>\nMerikanto hielt viel von Sibelius\u2018 Musik und leistete als Musikkritiker einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Sibelius zum Nationalkomponisten wurde. Vor allem sein Programmhefttext zu Sibelius\u2018 <em>Kullervo<\/em>, sowie seine Rezension zu dem Werk waren hierbei entscheidend.<\/p>\n<h4>Sibelius und die Romantiker<\/h4>\n<p>Bis in die 1910er Jahre waren Sibelius und Erkki Melartin die beiden f\u00fchrenden finnischen Sinfoniker. Die beiden pflegten ein h\u00f6fliches kollegiales Verh\u00e4ltnis und zeigten Interesse an den jeweiligen Werken des anderen. Melartin bewunderte die Musik von Sibelius sehr. Vielleicht sah er ihn auch als eine Art Vorbild, jedenfalls ging er ebenfalls nach Wien um bei den selben Lehrern zu studieren. Stilistisch wurde er aber nicht zu einem \u201eSibelius-Imitator\u201c. Seinen Respekt f\u00fcr Sibelius dr\u00fcckte Melartin in seiner bekanntesten Klavierkomposition aus. Die f\u00fcnfs\u00e4tzige Suite <em>Surullinen puutarha<\/em> (deutsch: der traurige Garten) op.52 widmete er Sibelius. Im ersten Satz, der den Titel <em>Me kaksi<\/em> (deutsch: wir zwei) tr\u00e4gt, kann man Ankl\u00e4nge an Sibelius\u2018 Stil h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Mit Heikki Klemetti verstand Sibelius sich wohl weniger gut; die beiden hatten einige Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Sprache in der Musik. Klemetti wollte eine rein finnischsprachige Tradition, w\u00e4hrend Sibelius auch eine gemischt finnisch-schwedische nicht ablehnte. Grund f\u00fcr die Auseinandersetzung war wohl vor allem der als Nationaldichter verehrte schwedischsprachige Dichter Johan Ludvig Runeberg, von dem auch Sibelius Gedichte vertonte. Dies passte nicht in Klemettis Vorstellung einer rein finnischsprachigen Tradition.<br \/>\nTrotz Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Sprache, soll Sibelius f\u00fcr viele seiner finnischsprachigen Chorkompositionen die Werke von Klemetti als Inspiration genutzt haben.<\/p>\n<p>In der Literatur geht man stets davon aus, dass Ernst Mielck f\u00fcr Sibelius der ernstzunehmenste Konkurrent gewesen w\u00e4re, w\u00e4re er nicht so fr\u00fch verstorben. Immerhin schaffte es Mielck zwei Jahre vor Sibelius eine Sinfonie zu schreiben, jedenfalls wenn man <em>Kullervo<\/em> nicht als Sinfonie z\u00e4hlt. Auf jeden Fall hatte Mielck mit seiner Sinfonie einen gro\u00dfen Erfolg und schaffte es, auch Kritiker damit zu \u00fcberzeugen. Ohne nationalinspirierte Werke h\u00e4tte er Sibelius den Platz als Nationalkomponist wohl nicht streitig machen k\u00f6nnen, doch auch er plante eine gro\u00dfe nationale Komposition. Die Lage h\u00e4tte sich daher anders entwickeln k\u00f6nnen, wenn Mielck lange genug gelebt h\u00e4tte, um diese Pl\u00e4ne in die Wirklichkeit umzusetzen.<\/p>\n<p>In seiner Sibelius-Biographie bezeichnet Volker Tarnow Selim Palmgren als Sibelius\u2018 Konkurrenten, der ihm um 1910\/11 auch teilweise im Konzertprogramm vorgezogen wurde. Wie Sibelius das sah ist unklar. Palmgren jedoch sah sich von vornherein auf Sibelius\u2018 Hauptkompositionsgebiet als chancenlos an und wich, unter anderem deshalb, auf andere Bereiche aus, haupts\u00e4chlich auf die Klaviermusik. Palmgren war auch einer der Bewunderer von Sibelius, wie in seiner Autobiographie deutlich wird:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eThose who were fortunate to hear and see Jean Sibelius himself conducting his Kalevala tone poems in the period I am discussing \u2013 between 1895 and 1899 &#8211; can scarcely forget such an experience. \u2018Dear Palmgren,\u2019 I thought to myself, \u2018there is nothing left for you to do with the Kalevala; just you let Sibba handle that and try to think of something else!\u2019 And so I did\u2026\u201d (Korhonen, &#8220;Inventing Finnish Music&#8221;, S.47)<\/p><\/blockquote>\n<p>Sibelius unterst\u00fctzte seine j\u00fcngeren Zeitgenossen, indem er oft gute Kritiken \u00fcber ihre Werke verfasste. Besonders unterst\u00fctzte und ermutigte er hierbei Toivo Kuula und Leevi Madetoja. Letzterer schaffte es, sich in einer Gattung besonders aus Sibelius\u2018 Schatten zu erheben: Er schrieb eine Oper, die zur finnischen Nationaloper wurde. Sibelius hatte dies versucht, war daran aber gescheitert.<br \/>\nAn seine F\u00e4higkeiten als Lehrer glaubte Sibelius nicht, weshalb er auch nie regul\u00e4r unterrichtete. Toivo Kuula, Leevi Madetoja und Bengt de T\u00f6rne erhielten von ihm aber hin und wieder Privatunterricht. De T\u00f6rne verfasste sp\u00e4ter ein Buch \u00fcber Sibelius, in dem er ihre Treffen sehr detailliert beschreibt. Ihm sei bewusst gewesen, dass Sibelius keine Sch\u00fcler n\u00e4hme, schreibt er, aber er habe ihn dennoch gefragt, ob er ihm Orchestrierung beibringen k\u00f6nne. Sibelius soll ohne Z\u00f6gern zugestimmt haben. Allerdings soll er ebenfalls darauf hingewiesen haben, dass er eigentlich nicht unterrichten und demnach keine \u201egew\u00f6hnlichen Stunden\u201c geben w\u00fcrde. De T\u00f6rne zitiert ihn wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eI don\u2019t know whether I am a good teacher or not; I think the better the composer, the worse the teacher. Anyhow, I might be able to give you some hints which you wouldn\u2019t find in books about orchestration; and I shall give you the secrets of my long experience.\u201d (T\u00f6rne, &#8220;Sibelius als Lehrer&#8221;, S.17ff)<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr das erste Treffen brachte de T\u00f6rne sein Quintett mit, von dem Sibelius sich sehr angetan zeigte und das er mit den folgenden Worten kommentierte: \u201eI see your future clearly and you have a friend in me.\u201c W\u00e4hrend de T\u00f6rne seine Treffen mit Sibelius als hilfreich beschreibt, war Madetoja von Sibelius\u2018 Lehrf\u00e4higkeiten anscheinend weniger \u00fcberzeugt. Er schrieb im Januar 1910 an Kuula: \u201eSibelius has been tutoring me. You know from your own experience that his tutoring is anything but detailed.\u201d (Korhonen, &#8220;Inventing Finnish Music&#8221;, S.43)<br \/>\nDie Kritiker sind sich nicht einig, ob Sibelius seine j\u00fcngeren Zeitgenossen als Konkurrenz sah oder nicht. Ein Teil der Kritiker baut auf Sibelius\u2018 zahlreiche Ermutigungen seinen j\u00fcngeren Zeitgenossen gegen\u00fcber und schlie\u00dft daraus, dass Sibelius sich und seine Position von ihnen nicht bedroht sah. Mit der Zeit \u00e4nderte sich aber anscheinend Sibelius\u2018 Sichtweise. Er soll frustriert gewesen sein und sich unter Druck gesetzt gef\u00fchlt haben, wenn einer seiner Zeitgenossen ein neues Werk vorstellte, er aber zurzeit kein neues Werk vorzuweisen hatte. Er glaubte zudem nicht an einen dauerhaften Erfolg und litt unter der Angst in Vergessenheit zu geraten. In seinem Tagebuch vermerkte Sibelius, dass er seine j\u00fcngeren Zeitgenossen, obwohl ihm das schwerfiele, als seine \u201enat\u00fcrlichen Feinde\u201c sehen m\u00fcsse. Er hatte immer wieder das Gef\u00fchl, dass man ihnen mehr Aufmerksamkeit schenkte als ihm. In diesem Zusammenhang nannte er Palmgren, Madetoja, Kuula und Hannikainen. Vor allem Madetojas 2. Sinfonie bezeichnet Sibelius in seinem Tagebuch als \u201erezeptionshistorische \u201aBedrohung\u2018\u201c.<\/p>\n<h4>Sibelius und die fr\u00fchen Vertreter der Moderne<\/h4>\n<p>Die fr\u00fchen Vertreter der Moderne traten in den letzten Jahren von Sibelius\u2018 Schaffens-phase in Erscheinung. Seinen Schatten sp\u00fcrten sie vermutlich trotzdem noch, denn obwohl ihr Kompositionsstil neu und anders war als das, was man von Sibelius und der Generation davor kannte, hatten sie Schwierigkeiten, sich zu etablieren.<br \/>\nAarre Merikanto war ein gro\u00dfer Bewunderer Sibelius\u2018, er war neben Max Reger der einzige Komponist, den er so bewunderte537. Sibelius interessierte sich auch nach seinem R\u00fcckzug aus der \u00d6ffentlichkeit weiterhin f\u00fcr das finnische Musikleben. Von U-uno Klami und seinen Werken muss er sehr angetan gewesen sein, jedenfalls erhielt dieser ab 1938 auf Sibelius\u2018 Empfehlung hin die staatliche K\u00fcnstlerpension538.<br \/>\nDies zeigt, dass Sibelius sich auch nach seinem R\u00fcckzug aus der \u00d6ffentlichkeit weiterhin f\u00fcr das finnische Musikleben interessierte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Warum Sibelius?<\/h4>\n<p>Es tragen viele verschiedene Faktoren dazu bei, dass Sibelius zum Nationalkomponisten und -held wurde und dass er aus heutiger, vor allem aus heutiger mitteleurop\u00e4ischer Sicht, als alleiniger Repr\u00e4sentant der finnischen Musik um die Jahrhundertwende dazustehen scheint. Mit dem Wissen um andere finnische Komponisten stellt sich die Frage, warum keiner von ihnen einen \u00e4hnlichen Status erlangte.<br \/>\nEin Grund daf\u00fcr, dass keiner der Komponisten vor Sibelius es schaffte einen \u00e4hnlichen Status zu erlangen, k\u00f6nnte daran liegen, dass die Ausbildungsm\u00f6glichkeiten in Finnland lange Zeit noch nicht so ausgereift waren. Sibelius war einer der ersten, die am Musikinstitut in Helsinki lernten. Zuvor studierten die finnischen Komponisten in Deutschland und behielten den dort erlernten Stil auch weitgehend bei. Als Sibelius <em>Kullervo<\/em> pr\u00e4sentierte, stach er daher mit seinem Stil aus der Menge heraus.<br \/>\nEin weiterer Grund liegt in der L\u00e4nge der Werke: Kajanus, der vor Sibelius\u2018 Durchbruch der f\u00fchrende Komponist im Land war, schrieb verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurze Werke, sein l\u00e4ngstes Werk ist 25 Minuten lang. Sibelius schrieb zwar auch k\u00fcrzere Werke, aber eben auch l\u00e4ngere, die als anspruchsvoller angesehen wurden. Hinzu kam, dass Sibelius mehrere Sinfonien schrieb und damit das Genre bediente, das in Finnland am h\u00f6chsten gesch\u00e4tzt wurde.<br \/>\nSibelius muss auch ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Talent gehabt haben, den schon seine Lehrer am Musikinstitut erkannten in ihm \u201eFinnlands Komponist[en] der Zukunft\u201c. Man kann hierzu einwenden, dass er nicht der einzige war, dem ein gro\u00dfes Talent beschieden wurde und der erfolgreich Sinfonien komponieren konnte \u2013 selbiges trifft auch auf Ernst Mielck zu. Dieser komponierte seine Sinfonie sogar in deutlich j\u00fcngeren Jahren als Sibelius. Doch Mielck verstarb fr\u00fch, noch bevor er eine gro\u00dfe Karriere beginnen konnte.<br \/>\nEin weiterer Umstand, der Sibelius zum seinem Ruf als Nationalkomponist verhalf, ist das Finnische in seiner Musik. Auch diese Rezeption beginnt mit <em>Kullervo<\/em>, welches das erste Werk dieses Umfangs zu einem <em>Kalevala<\/em>-Thema war und als erstes als echt finnisch bezeichnet wurde. Fr\u00fchere Werke mit<em> Kalevala<\/em>-Themen versuchten zwar ebenfalls, einen finnischen Volkston zu imitieren, Sibelius war aber der erste Komponist, der es aus Sicht der Finnen schaffte, den \u201eGeist des Kalevala\u201c so treffend in seiner Musik einzufangen.<br \/>\nVielleicht hatte Sibelius auch Gl\u00fcck, zur richtigen Zeit in Erscheinung zu treten, denn als er <em>Kullervo<\/em> komponierte, war in Finnland gerade die Hochzeit des Karelianismus und das Land war mitten in einer Selbstfindungsphase. Die Finnen waren auf der Suche nach einer eigenen Identit\u00e4t, einer eigenen Kultur. Sie waren auf der Suche nach einer gro\u00dfen kulturellen Pers\u00f6nlichkeit, die sie leiten konnte, und fanden diese in Sibelius. Die Urauff\u00fchrung von <em>Kullervo<\/em> fiel genau auf die Anf\u00e4nge der Nationalbewegung in Finnland. Er erhielt in den darauffolgenden Jahren noch mehrere Auftr\u00e4ge f\u00fcr patriotische Werke von Anh\u00e4ngern der Nationalbewegung, was seinen Status als Nationalkomponist festigte.<br \/>\nDer nationale Erfolg allein war es aber nicht, der Sibelius zum Nationalkomponisten machte. Sibelius schaffte es recht fr\u00fch, auch international Karriere zu machen. In dieser Hinsicht konnte keiner seiner finnischen Zeitgenossen mit ihm mithalten; erst Jahre sp\u00e4ter schafften es wieder Finnen zu dieser internationalen Bekanntheit (zum Beispiel Sallinen, Rautavaara oder Lindberg). F\u00fcr seinen Status als Nationalkomponist war dies insofern relevant, als er somit als Botschafter Finnlands und der finnischen Musik gesehen wurde. Durch Sibelius konnte Europa gezeigt werden, dass auch Finnland eine eigene Kultur hatte.<br \/>\nWas war also mit seinen Zeitgenossen? J\u00e4rnefelt wird als sehr nette Pers\u00f6nlichkeit beschrieben, die kein K\u00e4mpfer war und Sibelius deshalb bereitwillig das Feld \u00fcberlie\u00df. Merikanto war zwar sehr beliebt, aber er schrieb eben keine Sinfonien und war international nicht bekannt. Kajanus gab zun\u00e4chst nur widerwillig seinen Platz als f\u00fchrender Komponist auf, unterst\u00fctzte Sibelius dann aber stark. Au\u00dferdem erfuhr Sibelius auch viel Unterst\u00fctzung durch den zu seiner Zeit f\u00fchrenden Musikkritiker Karl Flodin.<br \/>\nBleiben noch die Vertreter der j\u00fcngeren Generation: Melartin, Kuula, Madetoja und Palmgren. \u2013 Melartin schrieb Sinfonien, allerdings wurden diese, bis auf eine, nie gedruckt. In einer Quelle wird hier sogar eine Verschw\u00f6rung vermutet, bei der Kajanus dem Erfolg von Melartin im Wege gestanden haben soll. Palmgren schrieb vorwiegend Klaviermusik. Kuula verstarb in jungen Jahren. Madetojas Schaffen wurde durch seinen Alkoholismus stark beeintr\u00e4chtigt. Vielleicht wurde ihnen auch nie eine richtige Chance gegeben, da die Ansicht vertreten wurde: \u201eWir haben bereits einen Nationalkomponisten, wir brauchen keinen zweiten.\u201c<br \/>\nDiese Ansicht soll vor allem in den 1920er Jahren vertreten worden sein, sodass es den fr\u00fchen Vertretern der Moderne erschwert wurde, sich zu etablieren.<br \/>\nW\u00e4hrend die oben genannten Punkte zum Teil als gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde gesehen werden k\u00f6nnen, gibt es aber doch einen entscheidenden Faktor, der nicht auf Gl\u00fcck basiert: Sibelius schaffte es, seinen ganz individuellen Stil zu schaffen, den man bereits in seinem Werk <em>Kullervo<\/em> erkennt und der in seinen weiteren Werken fortgesetzt und weiterentwickelt wird. Au\u00dferdem gibt es, im Gegensatz zu anderen gro\u00dfen Komponisten, keine \u201eSibelianische Schule\u201c: Gewisse Einfl\u00fcsse wurden zwar von ihm \u00fcbernommen, aber keiner versuchte sich konsequent an seinem Kompositionsstil. Vor allem versuchte Sibelius auch seine Sinfonien zunehmend internationaler zu komponieren und nicht \u201erein finnisch\u201c. Volker Tarnow beschreibt seinen Stil als \u201eindividuelle Weltsprache\u201c . Damit trug Sibelius auch selbst nicht unerheblich zu seinem Erfolg bei.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re nun noch spannend, die Individualit\u00e4t von Sibelius\u2018 Stil auch anhand seiner weiteren Werke im direkten Vergleich mit Werken anderer finnischer Komponisten und vielleicht sogar europ\u00e4ischer Komponisten, die f\u00fcr ihn zumindest f\u00fcr <em>Kullervo<\/em> noch ein Vorbild waren, zu betrachten. Aber das w\u00e4re ein sehr umfangreiches Projekt. Vielleicht wede ich es eines Tages angehen.<\/p>\n<p>So bleibt festzustellen, dass es Sibelius durch das gl\u00fcckliche Zusammenspiel seines Talents, seiner einzigartigen Ideen und der nationalen Umst\u00e4nde zu Beginn seiner Karriere m\u00f6glich war, national und international zum Nationalkomponisten und in Finnland sogar zum Nationalhelden aufzusteigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eLeevi Madetoja is generally ranked among the most important of those Finnish composers whose careers spanned the first few decades of this century, during a time which was marked in society by unstable political conditions and the strug-gle to achieve and maintain national independence, and in music circles by the\u2026<\/p>\n<p> <a class=\"continue-reading-link\" href=\"http:\/\/misoli-ofdreamsandreality.de\/en\/finnische-musikgeschichte\/jean-sibelius-und-die-anderen\/\"><span>weiter | continue<\/span><i class=\"crycon-right-dir\"><\/i><\/a> <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1852,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"class_list":["post-1918","page","type-page","status-publish","hentry"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"en","enabled_languages":["de","en"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.4 - 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