Heinrich Böll – Irisches Tagebuch

Ich suchte ein kurzes Buch, da ich eigentlich auf die Veröffentlichung eines anderen Buches wartete. Und dabei fand ich dieses: „Irisches Tagebuch“ von Heinrich Böll. Es hat früher meinem Großvater gehört. Jetzt gehört es mir. Also musste es ja irgendwann mal gelesen werden ?

Ich hatte bereits eine erste Erfahrung mit Heinrich Böll in meiner Schulzeit gemacht. Ich war wohl etwa 13 oder 14 und las „Haus ohne Hüter“. Ich weiß noch, dass ich das Buch nicht schlecht fand, stellenweise auch spannend, aber manches zog sich auch sehr hin. Vielleicht verstand ich „damals“ auch nicht alles. Wie auch immer, ich war mir nicht ganz sicher, was mich bei diesem Buch erwarten würde, da meine Ausgabe auch keinen Klappentext besaß.

Das Buch hat mich überrascht. Und ich fand es großartig. Ein wenig verwirrt war ich, als aus einem „ich“, der scheinbar alleine nach Irland reiste, auf einmal ein „wir“ – eine Familie – wurde. Aber so wechselten die einzelnen Kapitel, mal „ich“, mal „wir“, mal eine ganz andere Person. Ein wenig wie eine Sammlung von Kurzgeschichten. Manche etwas wehmütig, manche etwas fröhlicher. Sie stellen ein ärmliches Irland dar, aber doch ein wunderschönes. Melancholische und gleichzeitig glückliche Menschen.

Und der Schreibstil ist einfach toll – selbst die eher schwermütigen Passagen haben doch einen verborgenen Humor. Und manche Stellen wiederum sind offensichtlich humorvoll. Es gab eine Textpassage mit dem Comichelden Superman, verschiedene Leute mussten diese Stelle vorgelesen von mir ertragen ?

Ich kann das Buch auf jeden Fall jedem empfehlen, der etwas schnelles und kurzes zum Lesen sucht. Und der sich vielleicht auch ein bisschen für Irland interessiert.

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