Manuela Fritz – Blackstorm. Schwere Zeiten

Dieses Buch war in meiner ersten (und letzten!) Bookworm Box.

Eindruck vor dem Lesen und Erwartungen

Klappentext:

“Kann die Liebe Hoffnung bringen?

Ein Schicksalsschlag zwingt Mila dazu ihren Traumjob aufzugeben und nach Fort Myers ins elternliche Hotel zurückzukehren. Obwohl sie sich aufopfernd um ihren jüngeren Bruder kümmert, entfernt er sich Stück für Stück von ihr. Immer öfter greift Ryan zum Alkohol und ist in Schlägereien verwickelt, sodass sie nicht nur einmal im Sheriff’s Office antanzen muss.

Über Jahre hinweg stellt Mila ihre eigenen Wünsche zurück, bis ein Fremder ihr endgültig die Augen öffnet. Doch nach einer heißen Nacht ist der Mann einfach verschwunden, und lässt sie mit einem Versprechen zurück…”

Das Buch an sich sieht für mich erstmal aus wie ein Pferderoman. „Roman“ steht auch auf dem Cover. Ein Pferd schmückt das B des Titels Blackstorm und der Schatten eines Pferdes findet sich auch dahinter auf dem Cover. Das Cover passt ganz gut zum Untertitel Schwere Zeiten: Ein Mädchen liegt nachdenklich quer auf ihrem Bett. Guckt an die Decke. Sie könnte erschöpft oder nachdenklich wirken, auf jeden Fall nicht so übermäßig glücklich.

Der Klappentext scheint auch ganz in Ordnung zu sein. Nicht, weil er die Story für mich sonderlich interessant macht, aber weil der letzte Satz einen doch ein wenig neugierig auf die Handlung macht. Für Leser dieses Genres ist er, denke ich, ganz geschickt geschrieben.

Den ersten Seiten kann man entnehmen, dass dieses Buch das Prequel zu einer Buchreihe ist, in der es (bisher?) laut dieser Ausgabe 4 Bände gibt. Auf diesen Anfangsseiten findet sich auerßdem eine genauere Einstufung der Gattung: Liebesroman.

Meine Erwartung also: Ein Liebesroman mit ein bisschen persönlichem Drama und Pferden und vermutlich am Ende ein Happy End. Nicht gerade das, was ich normalerweise lese. Aber ich versuche dem Buch erstmal eine Chance zu geben.

Nett finde ich die handschriftliche Notiz der Autorin auf der ersten Seite: „Viel Spaß im sonnigen Florida mit Mila! Manuela Fritz“ – so etwas bekommt man wohl eher selten wenn man ein Buch ohne eine Buchbox bestellt. Insofern gibt das also vielleicht der Buchbox einen Punkt mehr.

Rezension

2,75 Sterne

Eine wahnsinnig traurige und schwere Geschichte, verpackt in einen zu schnulzigen Liebesroman.

Handlung  ★★★

Der Klappentext ist ganz gut und somit spare ich mir eine eigene Zusammenfassung der Handlung. Entgegen meiner Erwartungen spielten Pferde eine eher kleinere Rolle. Allerdings bezieht sich der Titel des Buches, Blackstorm, auf ein Pferd. Dass dieses sehr wenig vorkommt, ist deshalb ein wenig überraschend. Allerdings sind im hinteren Teil des Buches die weiteren Bände der Buchreihe mit kurzer Inhaltsangabe aufgelistet und es wird auch klar, dass dieses Buch ein Prequel zu der eigentlichen Buchreihe ist. Es kann also gut sein, dass der Übertitel Blackstorm in Hinsicht auf die anderen Bücher der Reihe wesentlich passender ist.

Der Aufbau des Buches ist gut und schlüssig, Action und Humor gibt es wenig. Spannung kommt hin und wieder vor, jedoch ist die Handlung insgesamt doch recht voraussehbar. Gefühl gibt es viel in diesem Buch. Vielleicht ein wenig zu viel. Die Liebesszenen hätten gerne kürzer und mit weniger Details sein können. Und vor allem hätte es nicht so viele detaillierte Liebesszenen geben müssen.

Charaktere ★★★

Die Charaktere bekommen bei mir auf jeden Fall eine bessere Bewertung. Ihre Ausarbeitung bringt diesem Buch auf einige Pluspunkte ein. Vor allem die Gefühle der Hauptperson Mila sind sehr gut beschrieben und auch ihre Beweggründe für ihr Handeln. So kann man als Leser sehr gut mit ihr mitfühlen. Das Gleiche gilt für andere Charaktere, auch wenn diese nie so ausführlich beschrieben werden wie Mila. (Logisch, da sie nicht die Hauptpersonen sind.) Die äußeren Beschreibungen der Charaktere fallen im Vergleich dazu weniger ausführlich aus. Zwar werden von einigen die Haar- oder Augenfarben beschrieben, aber an sich erfährt man eher wenig über das Aussehen. Originalität kann man sehen wie man will, es handelt sich um „normale Menschen“, die aber mit ihren Problemen und Eigenarten nicht wie ein Abklatsch von irgendetwas, was ich schon vorher kannte, wirken.

Setting ★★★

Das Setting ist passend zur Handlung und wird teilweise auch recht anschaulich beschrieben.

Schreibstil ★★

Mitreißend ist der Schreibstil schon. Das Buch lässt sich, vor allem durch die kurzen Kapitel und den recht einfachen Stil schnell und gut lesen. Die Autorin bemüht sich um eine abwechslungsreiche Wortwahl, es gibt nur wenige Wortwiederholungen und sie beschreibt vieles sehr detailreich und genau. Das Buch ist im Präsens geschrieben, was ich persönlich eher weniger mag. Normalerweise gewöhnt man sich aber nach einigem Einlesen daran. Leider schafft es die Autorin nicht, durchgehend Präsens beizubehalten. Zwar sind an manchen Stellen Wechsel in der Zeit durchaus in Ordnung, an vielen Stellen wechselt sie jedoch in die falsche Zeit oder wechselt so merkwürdig hin und her, dass es grammatikalisch leider falsch ist. Zum Glück kommen diese Stellen nicht oft vor, aber sie haben mich doch jedes Mal ins Stocken gebracht und ich hätte sie am allerliebsten korrigiert.

 

Meinung nach dem Lesen

Im Großen und Ganzen fand ich das Buch nicht schlecht. Es ist eine wahnsinnig traurige Geschichte, die sich gut lesen lässt und die doch so endet, dass man auf die Folgebände neugierig ist. Ich persönlich werde die weiteren Bände allerdings vermutlich eher nicht lesen. Denn zu vieles gefiel mir an diesem Buch nicht. Ganz vorne dabei die merkwürdigen grammatikalischen Zeitsprünge. Und dann, dass diese eigentlich gute Story von zu vielen zu detaillierten Liebesszenen „gestört“ wurde. Es ist ein wenig wie einen halbwegs guten Film mit nervigen Werbeunterbrechungen im Fernsehen zu sehen. Ich habe nichts gegen eine Liebesgeschichte in einem Buch. Aber so viele Details will und brauche ich da wirklich nicht.

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