Karl May – Durch die Wüste

Ich bin mir selbst nicht ganz sicher, warum ich dieses Buch erst jetzt lese, aber es ist tatsächlich das allererste Buch von Karl May, das ich lese. Dabei kenne ich Karl Mays Geschichten schon lange – der Besuch der Karl May Spiele in Bad Segeberg gehört seit Jahren zum sommerlichen „Pflichtprogramm“ und ich kenne auch einige der Filme. (sonst kenne ich meistens erst das Buch und dann den Film..)
Wie auch immer, jetzt habe ich es endlich geschafft mein erstes Karl May Buch zu lesen. Wer Karl Mays Bücher kennt, weiß, dass die einzelnen Bücher eigentlich nur zum Schein eizelne Bücher sind. Viele von ihnen gehen nahtlos ineinander über und so sollte man bei diesem Buch auch kein richtiges „Ende“ erwarten –  es hört eigentlich mitten in einer Erzählung auf.
Das Buch ist ein wenig wie eine Sammlung mehrerer kürzerer Geschichten. Der Erzähler,  in diesem Band heißt er Kara Ben Nemsi, ist in der muslimischen Welt unterwegs. Begleitet wird er von seinem Diener, der aber auch gleichzeitig Freund und Begleiter ist, Hadschi Halef Omar. Das Ziel Kara Ben Nemsis ist, das Land und die Leute besser kennenzulernen und viele Orte zu bereisen. Auf dieser Reise geraten er und Halef immer wieder in verschiedene Abenteuer.
Das Buch ließ sich wirklich gut lesen, es ist gut geschrieben und durchweg interessant. Die Abenteuer sind immer wieder spannend und auch an Humor fehlt es dem Autoren nicht. Die teilweise überspitzten Beschreibungen von Figuren, sowohl äußerlich als auch vom Charakter her, bringen einen immer wieder zum schmunzeln. Ein wenig musste ich mich zunächst an die Dialoge gewöhnen, die stellenweise einem (eher weniger freundlichen) Verhör gleichen, obwohl sie lediglich eine mehr oder weniger alltägliche Unterhaltung abbilden sollen. Kara Ben Nemsi ist der unangefochtene Held der Geschichte – er ist gebildet, findet bei jedem Konflikt eine gute Lösung, spricht viele verschiedene Sprachen und weiß sich überall zu benehmen. Zudem ist er mutig und zeigt auch seinen Gegnern immer wieder, dass er nicht alles mit sich machen lässt. Er wirkt wie eine Art Superheld. Dies wird auch noch verstärkt, da sich seine Taten schnell mündlich verbreiten und er durch diesen Klatsch unter den verschiedenen Völkern zu einer Art übernatürlichem Wesen gemacht wird. Noch etwas, was einen immer wieder zum schmunzeln bringt.
Beeindruckend fand ich auch die detaillierten Beschreibungen der einzelnen Orte, die ganzen Wörter und Sätze aus verschiedensten Sprachen, sowie die genaue Darstellung der verschiedenen Volksgruppen und ihren Lebensweisen und Gebräuchen. Meines Wissens nach bereiste Karl May zwar auch einige der in seinen Büchern beschriebenen Orte, allerdings schrieb er die Bücher davor. In dieser Hinsicht finde ich es schade, dass es kein Nachwort (eine Art „historical note“, wie Bernard Cornwell sie immer hat) oder Quellenhinweis in diesem Buch zu finden gibt, das hätte mich als Leser interessiert.
Mein Fazit zu dem Buch also: Ich kann es auf jeden Fall empfehlen, man sollte nur etwas mehr Zeit einplanen um auch die Folgebände zu lesen, da die letzte Geschichte in diesem Buch kein richtiges Ende findet.
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3 Kommentare

  1. Ich hofe, dass das Buch so interessant ist, wie du es beschrieben hast. Danke dir!

  2. Gerade für die Bücher im Orient soll Karl Max gute Reiseberichte eines englischen Diplomaten benutzt haben , deswegen sind sie besser als die amerikanischen Bücher in dieser Hinsicht. Aber die Spannung und der Humor sind Karl Mays eigene Zutaten!

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